Leistungsangebot Chirurgie

Diagnostik:

  • HD/ED-Röntgen
  • Vorsorgeuntersuchung auf Patellaluxation
  • Lahmheitsabklärung
  • Biopsieentnahme (Tumoren, Knochen, innere Organe, etc.)
  • Beratung Schmerzmanagement bei Arthrosepatienten

 

Weichteilchirurgie: 

  • Abdominalchirurgie: Kaiserschnitt ▪ Ovariohysterktomie (Kastration, Pyometra) ▪ Magendrehung/Gastropexie ▪ Ileus (intestinale Fremdkörper, Tumoren, etc.) ▪ Kolektomie ▪ Behandlung von septischen Abdomen ▪ Zystotomie (Blasensteine, etc.) ▪ Ureternephrektomie ▪ Splenektomie ▪ Zwerchfellhernie ▪ etc.
  • Rekonstruktive Chirurgie: Hautplastiken ▪ Hauttransplantate ▪ Wundrevision
  • Diverses: Larynxparalyse ▪ Brachycephales Syndrom (Gaumensegelresektion, Nasenlocherweiterung) ▪ Bullaosteotomie ▪ Behandlung von Pyothorax ▪ Sialadenektomie (Speicheldrüsenentfernung) ▪ Perinealhernie ▪ Analbeutelexstirpation ▪ Perineale Urethrostomie ▪ Tumorchirurgie

 

Laparoskopie:

  • Kastration Hündin (Ovariektomie) / Kastration kryptorchide Rüden / Leberbiopsie / etc.

 

Orthopädie:

  • Gelenkschirurgie (Kreuzbandriss, Patellaluxation, Femurkopfhalsresektion) / Frakturversorgung

 

 

Kreuzbandriss Hund

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Wen betrifft es?

Der Kreuzbandriss ist eine häufig auftretende Erkrankung beim Hund. Jeder Hundetyp kann einen Kreuzbandriss entwickeln, wobei mittelgrosse und grosse Hunde besonders häufig betroffen sind. Wie der Mensch besitzt auch der Hund zwei Kreuzbänder. Wird von einem Kreuzbandriss gesprochen, ist dabei in den allermeisten Fällen die Rede vom „vorderen Kreuzband“. Das hintere Kreuzband ist nur in ganz seltenen Fällen betroffen.

 

Welche Funktion übernimmt das vordere Kreuzband normalerweise?

Das vordere Kreuzband ist (zusammen mit anderen anatomischen Strukturen) verantwortlich für die Stabilisierung des Kniegelenks. Es verhindert eine Überstreckung des Knies und hilft zu vermeiden, dass der Unterschenkel bei Belastung nach vorne gedrückt wird. Zusätzlich sind im vorderen Kreuzband Rezeptoren vorhanden, welche kurz vor einer übermässigen Belastung des Knies eine Botschaft an die grossen Muskelgruppen senden, worauf diese sich anspannen und verhindern, dass es zu einer Überstreckung des Kniegelenks kommt.

 

Weshalb geht das Kreuzband kaputt?

Im Gegensatz zum Menschen, bei welchem es sich häufig um einen Sportunfall handelt, ist der Kreuzbandriss beim Hund in den meisten Fällen ein chronisches, sogenanntes degenerativ bedingtes Geschehen. Die Fasern des Kreuzbandes unterliegen dabei einer Art beschleunigten Alterungsprozesses, dessen Ursache nicht sicher geklärt ist. Die betroffenen Hunde zeigen oft eine Lahmheit über längere Zeitperioden. Zwischendurch kann evtl. eine Besserung des Hinkens beobachtet werden, wobei diese Verbesserung meist nur von vorübergehender Dauer ist. Der Kreuzbandriss tritt bei vielen Hunden beidseitig auf. Dies kann im Abstand von mehreren Jahren passieren. Viel seltener ist der traumatisch bedingte Kreuzbandriss. Wenn, v.a. junge Hunde, beim Spielen/Herumrennen plötzlich stürzen oder in eine Bodenunebenheit treten, kann es durch Überbelastung des vorderen Kreuzbandes zu dessen Ruptur kommen. Typisch sind Anzeichen von Schmerzen, wie Aufjaulen, und sofortige Lahmheit in der betroffenen Hintergliedmasse.

 

Was zeigt der betroffene Hund?

Typische Anzeichen eines Kreuzbandrisses sind die abnormale Belastung der betroffenen Hintergliedmasse. Der Hund steht nicht mehr gerne auf das Bein, zeigt evtl. Mühe beim Aufstehen und kann das betroffene Bein beim Sitzen seitlich nach Aussen strecken. Dies nennt sich ein „positiver Sitztest“. Wenn sich das Geschehen bereits über eine längere Zeitdauer erstreckt, kann teilweise ein Schwinden der Muskulatur des lädierten Beins beobachtet werden. Das betroffene Knie kann sich warm und verdickt anfühlen und der Hund zeigt evtl. Schmerzen wenn das Knie berührt wird. Der Tierarzt kann mittels des sogenannten „Tibia Kompressions-Test“ eine Instabilität im betroffenen Knie feststellen. Auf dem Röntgenbild ist zu sehen, ob das Gelenk vermehrt gefüllt ist (Überproduktion von Gelenkflüssigkeit durch Entzündung) und ob bereits Anzeichen von arthrotischen Veränderungen an den Knochen festzustellen sind.

 

Gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten?

Das Ziel ist, Ihrem Hund die normale Bewegungsfreiheit wiederzugeben und die Schmerzen zu minimieren. Weil die instabilen Verhältnisse in dem betroffenen Kniegelenk die Arthrose rasch fortschreiten lassen, strebt die chirurgische Behandlung eine Stabilisierung des Gelenks und somit eine Verzögerung des Fortschreitens der Arthrose an. Eine vollständige Verhinderung der arthrotischen Veränderung ist, sobald ein Gelenksschaden vorhanden ist – wie im Fall eines Kreuzbandrisses – nicht möglich. Angestrebt wird die Minimierung des Fortschreitens der Gelenksarthrose.

 

Die chirurgischen Methoden im Vergleich

Extrakapsuläre Stabilisierung

  • Technik nach De Angelis / Technik nach Flo: Das Knie wird ausserhalb der Gelenkskapsel mit einer Fadenschlaufe stabilisiert.
  • Fibulakopfversetzung: Der kleinere der beiden Unterschenkelknochen (Fibula) wird versetzt. Somit kann das äussere Seitenband eine Art Ersatzfunktion für das vordere Kreuzband übernehmen.

Neutralisation der Scherkräfte 

  • Tibia Plateau Leveling Osteotomie (TPLO)

Die TPLO wird den “dynamischen Methoden“ zugeordnet. Die Kraft, welche den Unterschenkel bei gerissenem vorderen Kreuzband dazu zwingt, sich nach vorne zu verschieben, wird neutralisiert. Dies geschieht durch Umstellung der schiefen Ebene am oberen Ende des Unterschenkelknochens. Dazu wird der Unterschenkelknochen (Tibia) mit einer halbrunden Säge durchgesägt und soweit verändert bis am oberen Ende der Tibia eine gerade Ebene entsteht (gerades Kniescheibenband in einem 90° Winkel zum Tibiaplateau steht). Sobald sich der Hund nun auf dieses Bein stellt, wird das Kniegelenk durch Anspannung der angrenzenden Muskulatur stabilisiert.

  • Tibial Tuberosity Advancement (TTA)

Die TTA gehört ebenfalls zu den sogenannten „dynamischen“ Methoden, welche im Zusammenspiel mit der umliegenden Muskulatur funktionieren. Das Prinzip ist dasselbe wie bei der TPLO. Bei der TTA wird dazu jedoch die vordere Kante des grösseren Unterschenkelknochens (Tuberositas tibiae) abgesägt, nach vorne gekippt und mittels eines eingefügten Implantates in einem neuen Winkel fixiert. Durch Umlenkung des geraden Kniescheibenbandes wird die Kraft (wie bei der TPLO) so verändert, dass sie in einem 90° Winkel zum Tibiaplateau verläuft. Das Knie wird ebenfalls - sobald der Hund die Gliedmasse belastet – durch Anspannung der Oberschenkelmuskulatur stabilisiert.

 

Was geschieht nach der Operation?

In der Phase der Rehabilitation darf der Hund für eine gewisse Zeit nur an der Leine spazieren. Mässige aber regelmässige Bewegung, Physiotherapie und ein gezielter Muskelaufbau sind wichtig für eine spätere, uneingeschränkte Bewegungsfreiheit des operierten Knies. Nach einer erfolgreichen Therapie sollte der Lebensfreude und der sportlichen Aktivität des Hundes nichts im Wege stehen!

Bei weiteren Fragen, bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

BolligerTschuor AG
Fachtierärzte für Kleintiere
Telefon 062 789 70 70
E-Mail: info(at)bolligertschuor.ch

 

 

Kastration Hündin / Laparaskopische Kastration Hündin

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Was bedeutet Kastration?

Unter Kastration versteht man das Ausschalten der Keimdrüsenfunktion. Bei der Hündin handelt es sich dabei um die Eierstöcke (Ovarien), beim Rüden sind es die Hoden. Beim Hund wird in der Regel die „chirurgische Kastration“ durchgeführt, bei der die Keimdrüsen operativ entfernt werden. Als Alternative gibt es die „chemische Kastration“. Dabei wird die Inaktivierung der Keimdrüsen durch die Verabreichung von dafür entwickelten Medikamenten herbeigeführt. Dieses Informationsblatt bezieht sich auf die chirurgische Entfernung der Keimdrüsen.

 

Ziele der Kastration bei der Hündin

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen einer therapeutischen Kastration bei Erkrankungen der Geschlechtsorgane (z.B. Vereiterung der Gebärmutter) und der Kastration einer gesunden Hündin aus präventiven Gründen und zur Haltungserleichterung.

Die Fortpflanzungsfähigkeit einer Hündin wird durch die Entfernung der Ovarien irreversibel aufgehoben. Zusätzlich verschwinden die Erscheinungen, welche auf die Wirkung der Geschlechtshormone zurückzuführen sind. Die Ziele einer präventiven Kastration sind in erster Linie:

  • Die Aufhebung der Fortpflanzungsfähigkeit
  • Die Verhinderung der Läufigkeitsblutung
  • Vorbeugung von Gesäugetumoren (Mammatumoren)
  • Vorbeugung von Erkrankungen der Geschlechtsorgane
  • Verminderung des Risikos eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Die Verhinderung einer Scheinträchtigkeit
  • Die Attraktivität für Rüden geht verloren

 

Zeitpunkt der Kastration

In welchem Lebensalter die Kastration erfolgt, muss im Einzelfall entschieden werden. Der Hauptvorteil der „Frühkastration“ (Kastration vor der ersten Läufigkeit) ist die Prävention von Mammatumoren. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an einem solchen Gesäugekrebs zu erkranken, bis auf 0.5% gesenkt werden kann.

Im Zyklus der Hündin sollte die Kastration im Anöstrus erfolgen, das heisst in der Phase zwischen zwei Läufigkeiten. Während der Läufigkeit besteht eine höhere Blutungsneigung. Erfolgt die Kastration sehr früh nach der Läufigkeit, kann sich durch den abrupten Hormonabfall eine Scheinträchtigkeit entwickeln. Bei einer Hündin, die bereits mehrmals läufig war, empfehlen wir den Zeitpunkt der Kastration in der Mitte zwischen zwei Läufigkeiten zu planen.

 

Wie geht man bei der Operation vor?

Bei jungen Hündinnen ohne Veränderungen der Gebärmutter werden in der Regel nur die Eierstöcke entfernt. Die Erkrankung einer gesunden Gebärmutter nach Entfernung der Eierstöcke ist nicht zu erwarten, da die Gebärmutter ohne hormonellen Einfluss inaktiv ist. Bei Hündinnen mit krankhaften Veränderungen der Gebärmutter wird diese mitentfernt. Ob nur die Eierstöcke oder zusätzlich die gesamte Gebärmutter mit entfernt wird, hat keinen Einfluss auf die Häufigkeit der unerwünschten Nebenwirkungen. Die Nachteile einer kompletten Entfernung der Geschlechtsorgane sind eine längere Narkosedauer und eine grössere Operationswunde.

 

„Konventionelle Kastration“

Die Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter erfolgt durch einen Bauchschnitt, welcher – je nach Grösse der Hündin – in etwa 5 bis 20 cm lang ist.

 

„Laparoskopische Kastration“

Wir bieten die Möglichkeit einer minimal-invasiven Entfernung der Eierstöcke an. Diese Operationstechnik wird auch „Schlüsselloch-Chirurgie“ genannt und hinterlässt nur zwei kleine Löcher in der Bauchdecke. Dieser Eingriff ist für die Hündin wesentlich schonender, da kein Bauchschnitt notwendig ist. Die Schmerzen werden dadurch auf ein Minimum reduziert, und die Erholungsphase ist deutlich verkürzt.

 

Hat die Kastration einen Einfluss auf das Verhalten der Hündin?

Ob und welche Verhaltensweisen durch die Kastration beeinflusst werden ist nicht komplett geklärt, und kann bei jedem Individuum anders ausfallen. Die „Frühkastration“ führt dazu, dass Hündinnen länger ein verspieltes Junghundeverhalten zeigen können. Nach der Kastration verbessert sich unerwünschtes Verhalten wie z.B. Harnmarkieren, sexuelle Triebhaftigkeit und fehlgeleitetes Brutpflegeverhalten (d.h. kein Auftreten von Scheinträchtigkeit mehr). Für Hündinnen, welche zu Aggression neigen, bietet die Kastration keine Lösung für dieses Fehlverhalten.

 

Unerwünschte Nebenwirkungen der Kastration

Die Kastration als völlig bedenkenlos darzustellen, wäre falsch. Die Entfernung der Geschlechtsorgane bringt auch potentielle Nachteile mit sich. Diese können unterschiedlich ausfallen, je nach Rasse, Alter und Gesundheitszustand der Hündin zum Zeitpunkt der Kastration.

Gewichtszunahme

Einige Untersuchungen zeigen, dass kastrierte Hündinnen zu einer erhöhten Futteraufnahme und reduzierter Aktivität neigen. Es empfiehlt sich deshalb die Fütterung anzupassen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Harninkontinenz

Unkontrolliertes Harnträufeln in Ruhephasen ist die häufigste unerwünschte Nebenwirkung der Kastration bei der Hündin. Sie tritt durchschnittlich 2-3 Jahre nach dem Eingriff auf, kann aber auch erst im höheren Alter beobachtet werden. Hündinnen mit einem Körpergewicht über 20kg sind dabei doppelt so häufig betroffen. Die Häufigkeit einer Harninkontinenz scheint abzunehmen, wenn die Hündin vor der ersten Läufigkeit kastriert wird.

Fellveränderungen

Bei Hunderassen mit langem seidigem Fell (z.B. Irish Setter, Cocker Spaniel) und bei Collies kann es nach der Kastration zur Ausbildung eines Welpenfells kommen. Bei kurzhaarigen Hündinnen wird sehr selten eine Verminderung der Behaarung an den Flanken beobachtet.

Beeinflussung der körperlichen Entwicklung

Mit dem Pubertätseintritt kommt es zum Verschluss der Knochenwachstumsfugen und damit zum Ende des Wachstums. Findet die Kastration vor der 1. Läufigkeit statt verzögert sich dieses Ereignis. Die Hündinnen können dadurch minimal grösser werden. Ob sich das Risiko für Gelenkserkrankungen durch die „Frühkastration“ erhöht, wird kontrovers diskutiert.

Veränderungen der äusseren Geschlechtsorgane

Die normale Entwicklung der äusseren Geschlechtsorgane wird durch die Sexualhormone gesteuert. Durch Wegfall der Sexualhormone nach einer Kastration bildet sich die Scham zurück und bleibt klein. Bei Hündinnen mit einer sehr kleinen Vulva (Schamlippen) kann sich eine ausgeprägte Hautfalte um die Vulva bilden, in welcher sich gerne schmerzhafte Entzündungen ausbreiten. Sollte dies der Fall sein, muss eine chirurgische Entfernung des überstehenden Hautstreifens empfohlen werden.

 

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Magendrehung

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Was passiert bei einer Magendrehung?

Im Verlauf der Entwicklung einer Magendrehung geschehen zwei wesentlich Dinge: die Aufblähung (Dilatation) des Magens im Zusammenhang mit einer Drehung (Volvulus) desselben um seine eigene Achse. Deshalb spricht man von einem Magen-Dilatation-Volvulus- Syndrom (MDV).

Die Dilatation des Magens wird mit einer funktionellen oder mechanischen Magenentleerungsstörung in Verbindung gebracht. Die genaue Ursache für die Entstehung einer Magendrehung bleibt bis heute unklar. Ist der Magen jedoch einmal dilatiert, behindert dies den physiologischen Ausstoss von Luft (Aufstossen), das Erbrechen sowie den Weitertransport von Futter aus dem Magen in den Dünndarm. Ausserdem verursacht der überdehnte Magen eine Kompression der hinteren Hohlvene und der Pfortader, wodurch der Blutrückfluss aus der hinteren Körperhälfte beeinträchtigt wird. Der arterielle Blutdruck und das Blutvolumen, welches das Herz pro Minute transportiert, sinken. Es kommt zu einem sogenannten Schock und einer verminderten Perfusion (Durchblutung/Sauerstoffversorgung) der Organe (Nieren, Herz, Dünndarm, etc.). Zahlreiche Patienten mit MDV zeigen zusätzliche Herzrhythmusstörungen. Unbehandelt führt diese Erkrankung zum Tod des Patienten!

Empfehlungen für Patientenbesitzer/Innen der Risikogruppe

  • Füttern Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag anstelle einer grossen Portion
  • Vermeiden Sie Stress während der Futteraufnahme
  • Vermeiden Sie zu viel Bewegung vor und nach der Futteraufnahme (Relevanz fraglich)
  • Hunde mit einem Verwandten ersten Grades mit vorgeschichtlich bekannter Magendrehung haben ein erhöhtes Risiko eine Magendrehung zu entwickeln und sollten nicht für die Zucht verwendet werden
  • Eine prophylaktische Magenfixierung (Gastropexie) bei einem Hund mit erhöhtem Risiko ist empfehlenswert
  • Suchen Sie bei den ersten Anzeichen einer Magendrehung Ihres Hundes Tierarztpraxis/-klinik auf

 

Welche Hunde sind gefährdet für eine Magendrehung?

Eine Magendrehung kann bei Hunden jeden Alters auftreten, kommt aber meistens bei Tieren mittleren- oder fortgeschrittenen Alters vor. Grosse Hunderassen mit tiefer Brust sind besonders gefährdet, im Laufe ihres Lebens an einer Magendrehung zu erkranken:

  • Deutsche Dogge
  • Bernhardiner
  • Deutscher Schäferhund
  • Dobermann
  • Berner Sennenhund
  • Irish Wolfhound
  • Rottweiler
  • Irish/Gordon Setter
  • Mischlinge > 25kg

 

Jedoch können auch kleine und mittelgrosse Hunde und sogar Katzen eine Magendrehung entwickeln. Andere Faktoren, welche ein erhöhtes Risiko vermuten lassen, sind das männliche Geschlecht, einmal tägliche Fütterung, ängstliches Verhalten und schnelles Herunterschlingen des Futters.

 

Welche Symptome zeigen Hunde mit einer Magendrehung?

MDV ist eine akut verlaufende Krankheit. Betroffene Patienten zeigen häufig Unruhe, Speicheln und eine kontinuierliche Aufblähung des Bauches. Sie würgen und versuchen zu erbrechen, wobei jedoch kein Auswurf zu beobachten ist. In manchen Fällen wird der geschwächte Patient bereits in Seitenlage mit aufgeblähtem Bauch aufgefunden. Aufgrund des Schockgeschehens kommt es zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und einer Blassverfärbung der Schleimhäute im Maul. Teilen Sie diese Symptome Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt am Telefon mit!

 

Was geschieht beim Tierarzt?

Klinische Untersuchung

Das Abtasten des Bauches lässt das Ausmass der Aufblähung des Magens erkennen. Des Weiteren wird Ihr Hund auf Schocksymptome untersucht, wobei Schleimhäute, Herzfrequenz und Pulsqualität beurteilt werden.

 

Röntgen

In den meisten Fällen wird der Tierarzt/die Tierärztin eine Röntgenaufnahme des Bauches durchführen, um die definitive Diagnose einer Magendrehung zu stellen und eine einfache Magenüberdehnung von einer Magendrehung zu unterscheiden.

 

Medizinische Versorgung

Das erste Ziel ist die Stabilisierung des Patienten, um ihn in einen narkosefähigen Zustand zu überführen. Dafür wird Ihrem Hund Infusionslösung über einen oder mehrere Venenkatheter verabreicht. Sollte Ihr Hund unter Atemnot leiden, wird ihm zu diesem Zeitpunkt Sauerstoff zugefügt. Zusätzlich erhält das Tier Schmerzmittel und Antibiotika. Bei stark geblähten Patienten wird eine erste Entlastung des Magens mittels Einführen einer Kanüle durch die Haut in den Magen erreicht, um so angestautes Gas entweichen zu lassen. Mittels einer Schlundsonde, welche durch die Speiseröhre in den Magen eingeführt wird, kann ebenfalls versucht werden, den Magen abzugasen (nicht immer möglich).

 

Operation

Sobald der Patient als narkosefähig beurteilt wird, werden die Vorbereitungen für die Operation eingeleitet. Während des Eingriffs wird der Bauchraum eröffnet und der Magen in seine natürliche Position zurückgedreht. Die Vitalität der Magenwand und der restlichen Bauchorgane wird beurteilt. In gewissen Fällen muss ein Stück der Magenwand entfernt werden, wenn diese durch Minderdurchblutung zu sehr geschädigt wurde. Auch eine Entfernung der Milz ist teilweise notwendig, da die Milzgefässe bei der Magendrehung oft in Mitleidenschaft gezogen werden. Zum Schluss wird der Magen an der Bauchwand fixiert, um eine erneute Drehung in Zukunft zu verhindern.

 

Nach der Operation

Hat der Patient den chirurgischen Eingriff erst einmal hinter sich, bleibt er zur Überwachung und weiteren Therapie in der Klinik, bis ein stabiler Zustand erreicht ist. Er wird mit intravenöser Flüssigkeit, Schmerzmitteln und Antibiotika versorgt und die Blutwerte werden überwacht. Viele Hunde mit Magendrehung entwickeln Herzrhythmusstörungen, welche unbedingt adäquat überwacht und behandelt werden müssen. Auch Gerinnungsstörungen können im Verlauf dieser Erkrankung auftreten. In den ersten Tagen nach der Operation sind die Tiere in den meisten Fällen noch sehr erschöpft und zeigen auch kaum Appetit.

 

Prognose

Erfolgt der chirurgische Eingriff rechtzeitig, ist die Prognose günstig. Wissenschaftliche Studien beschreiben jedoch Mortalitätsraten von 20-45%. Die Prognose verschlechtert sich, wenn zum Zeitpunkt der Operation die Magenwand teilweise abgestorben oder durchgebrochen ist. Mit der Fixation des Magens an der Bauchwand wird das Wiederauftreten einer Magendrehung – und somit die lebensgefährliche Notfallsituation – verhindert. Magenblähungen können durch diesen Eingriff jedoch nicht verhindert werden. Gewisse Patienten (v.a. Hunde, die vor der Magendrehung zu Problemen mit Magenblähungen neigten) werden nach der Behandlung einer Magendrehung allenfalls trotzdem weiter zu Blähungen neigen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Therapie und Rehabilitationsphase sollte sich Ihr Liebling jedoch wieder einer guten Lebensqualität erfreuen können!

Eine schnelle Reaktion nach Auftreten der ersten Symptome lohnt sich!

 

Bei weiteren Fragen, bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren

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Ihr Fachspezialist

Simone Niederhäuser

Dr. med. vet. Simone Niederhäuser

hat sich auf dem Gebiet der Chirurgie spezialisiert